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	<title>DemokratieZweiNull &#187; Prof. Dr. Frank Brettschneider</title>
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		<title>Eloquent, cool, online: Obamania!</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 09:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Frank Brettschneider</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Präsidentschaftskandidat in den USA hat es in den letzten Jahren geschafft, so viel Euphorie zu entfachen wie Barack Obama. Mehr noch als in den klassischen Medien kam das in der Kommunikation im Netz zum Ausdruck. Das hat mehrere Gründe: Er ist nicht nur eloquent und charmant – was vor allem Frauen beeindruckt –, sondern auch erfrischend anders als das gewohnte Washingtoner Establishment. Von ihm hört man selten die abgedroschenen Phrasen, die so austauschbar sind wie Fast Food. Er ist rhetorisch meisterhaft. Er ist cool.</p>
<p>Das alleine kann die „Obamania“ aber nicht erklären. Dahinter steckt mehr. Die Faszination lebte auch aus dem Kontrast mit George W. Bush und aus dem Vergleich mit einem amerikanischen Mythos: John F. Kennedy. Auch Kennedy war 1960 jung, dynamisch, unverbraucht. Und auch Kennedy hat es geschafft ein damals neues Medium für sich zu nutzen: Das Fernsehen und darin das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehduell" target="_blank">politische Fernseh-Duell</a>. Obama nutzt das Internet.</p>
<p>Nicht zufällig wählte Obama Berlin als die europäische Stadt, in der er am 24. Juli 2008 vor 200.000 Zuhörern eine umjubelte Rede hielt. Kennedy hatte hier sein „Ich bin ein Berliner“ gesprochen. Obama sagte: „Bürger Berlins – Völker der Welt – dies ist unser Moment. Dies ist unsere Zeit&#8230; Die Straße vor uns wird lang sein. Aber ich stehe vor Ihnen, um Ihnen zu sagen, dass wir die Erben eines Freiheitskampfes sind. Wir sind Menschen mit unwahrscheinlicher Hoffnung. Lasst uns mit einem Blick auf die Zukunft, mit Zuversicht in unseren Herzen uns an diese Geschichte erinnern, dem Schicksal antworten und die Welt wieder erneuern.“</p>
<p>Nicht zuletzt diese Perspektive verschafft ihm in Europa eine enorme Unterstützung. Es ist die Hoffnung auf ein anderes Verhalten der USA. Nicht mehr Einzelgänge als Weltpolizist, sondern partnerschaftlicher Umgang. Nicht mehr Blockade beim Klimaschutz, sondern aktives Mitwirken der USA im Kampf gegen den Klima-Killer CO2. Und es sind die magischen Worte „Hoffnung“, „Zuversicht“ und „Zukunft“.</p>
<p>Auf amerikanischer Seite beruht die „Obamania“ auf einem Versprechen: Change, Wandel, war eines der am häufigsten verwendeten Worte in Obamas Wahlkampfreden. Noch immer verweist der <a href="http://www.google.com/search?source=ig&amp;hl=en&amp;rlz=1G1GGLQ_ENUS243&amp;=&amp;q=change&amp;btnG=Google+Search">erste Google-Treffer</a> bei „change“ auf Obamas Wahlkampfseite, die schon <a href="http://change.gov/">eingedampft</a> ist. Normalerweise kann die Ankündigung von Wandel Ängste auslösen. Obama lässt solche Ängste gar nicht erst aufkommen. Halb Professor, halb Prediger streut er zwei Botschaften: Erstens, der Wandel ist nötig und ich weiß, wie er zu bewerkstelligen ist. Zweitens, Amerika und die Amerikaner sind stark genug, den Wandel herbeizuführen und der Krise zu trotzen. Da sind sie wieder: „Hoffnung“, „Zuversicht“, „Zukunft“ – verheißungsvolle Angebote.</p>
<p>Der Kontrast zu George W. Bush lässt Obama noch glänzender dastehen. Acht Jahre, an deren Ende ein gigantisches Haushaltsdefizit steht, zwei Kriege, die noch lange nicht gewonnen sind, ein dramatischer Ansehensverlust in der Welt, auch bei den eigenen Verbündeten.</p>
<p><em>(Bild: Flickr)</em></p>
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		<title>Micro Targeting: Gläserne Wähler?</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 16:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Frank Brettschneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best Practice]]></category>
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		<description><![CDATA[DemokratieZweiNull – ein Motto, bei dem die neuen Chancen im Vordergrund stehen, das Lust auf den Austausch und die Diskussion im Web macht. Doch Wahlkampf im Web wirft auch neue Fragen für den Datenschutz auf. Der gläserne Wähler – ist er nicht Traum eines jeden Wahlkämpfers?
Science-Fiction? Orwells Horror-Szenario? Mitnichten. Das im Direktmarketing für Konsumgüter und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DemokratieZweiNull – ein Motto, bei dem die neuen Chancen im Vordergrund stehen, das Lust auf den Austausch und die Diskussion im Web macht. Doch Wahlkampf im Web wirft auch neue Fragen für den Datenschutz auf. Der gläserne Wähler – ist er nicht Traum eines jeden Wahlkämpfers?</p>
<p>Science-Fiction? Orwells Horror-Szenario? Mitnichten. Das im Direktmarketing für Konsumgüter und Dienstleistungen gebräuchliche „Micro Targeting“ ist in amerikanischen Wahlkämpfen gang und gäbe. Aus „Zielgruppen“ sind längst „Zielpersonen“ geworden. Botschaften und Werbekanäle werden nicht mehr nach groben Zielgruppen – etwa die 30- bis 40-jährigen Männer oder die Internetbegeisterten 20-25-Jährigen oder die Geringverdiener in den Vororten von Städten – ausgewählt, sondern anhand der Kenntnisse, die man über einzelne Personen hat. Mehr „Micro“ geht nicht.</p>
<p>So funktioniert das Ganze: Die politischen Marktforscher sammeln zunächst öffentlich zugängliche Daten über Wählerinnen und Wähler – z. B. ihre Parteineigung, die sie bei der Wählerregistrierung angeben, oder auch Annahmen über das Haushaltseinkommen, die soziale Schichtzugehörigkeit und die Wohnverhältnisse, die sich aus dem Wohnort ergeben, der wiederum über die Postleitzahl erschlossen wird. Hinzu kommen teilweise recht detaillierte Informationen über Kaufgewohnheiten. Diese Informationen können von Unternehmen gekauft werden, die Kunden-, Bonus- oder Kreditkarten vertreiben. Oft ist auch bekannt, welche Automarke der Wähler fährt,  welche Urlaubsziele er bevorzugt oder welche Fernsehprogramme er besonders mag – im Internet machen viele Menschen solche Angaben freiwillig, beispielsweise wenn sie an Gewinnspielen teilnehmen.</p>
<p>Diese Daten werden mit Informationen aus Umfragen „veredelt“: Welche Wertorientierungen haben bestimmte Wählertypen, welche Themen halten sie für wichtig und was denken zu einzelnen Aspekten der Innen-, der Wirtschafts- und der Außenpolitik? Das Ergebnis ist dann die politische DNA. Annähernd 100 Millionen Wählerinnen und Wähler werden so vermessen. Für Wahlkämpfer hat dies viele Vorteile: Sie können Personen gezielter mit maßgeschneiderten Botschaften ansprechen.</p>
<p>In Deutschland sind solche Praktiken in diesem Umfang und in dieser Tiefe nicht möglich. Die Datenschutzbestimmungen sind hierzulande strenger. Daten werden trotzdem eifrig gesammelt oder gekauft. Direktmarketing ist inzwischen auch in deutschen Wahlkämpfen üblich. Und Wahlkämpfer engagieren sich – ressourcen- und zeitschonend – überwiegend in jenen Stadtteilen oder Vierteln, in denen sie einen hohen Anteil noch unentschiedener Wählerinnen und Wähler verortet haben. Die USA haben vorgemacht, dass man damit erfolgreich sein kann.</p>
<p><span style="color: #888888;">[Foto: himbeertoni | photocase.com]</span></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Micro+Targeting%3A+Gl%C3%A4serne+W%C3%A4hler%3F+http://bit.ly/Ka98l" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://demokratiezweinull.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Micro+Targeting%3A+Gl%C3%A4serne+W%C3%A4hler%3F+http://bit.ly/Ka98l" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p>]]></content:encoded>
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