Die Steilvorlage hätte besser nicht sein können: Die seit langem wichtigste Präsidentenwahl in den USA gewinnt Obama nicht zuletzt dank des gekonnten Einsatzes von Web-2.0-Instrumenten. Im Superwahljahr wollen auch die deutschen Politiker in diese Erfolgsspur treten und nutzen vor allem den Micro-Blogging-Dienst Twitter für ihre Kommunikation. Die Volksvertreter in spe hoffen, über diesen Kanal Zielgruppen zu erreichen, die sich klassischen Wahlkampfinstrumenten wie Frühschoppen oder Diskussionsrunden im TV bewusst entziehen. Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Gruppe der Politiker neben den Online-Professionals inzwischen zu den stärksten Kräften (wie es Politiker so schön formulieren) in der Twitter-Gemeinde zählt.
Aber auch die Social Media selbst, wie die Kommunikations-Dienste des Web 2.0 genannt werden, profitieren: Zu den Nutzern gehören inzwischen nicht mehr nur Leute, die sowieso den ganzen Tag online sind, weil sie Webseiten programmieren oder Online-Shops betreiben. Social Media sind nicht zuletzt dank des Super-Wahljahres auf dem Sprung in die Masse. Deswegen finde ich das Super-Wahljahr auch in dieser Hinsicht super.
Und egal, wer letztlich aus den Wahlen als Sieger hervorgeht – es bleibt auch 2010 spannend: Dann zeigt sich, ob das Engagement im Web 2.0 für die Politik in 2009 nur ein Mittel zum Zweck, nämlich den Stimmenfang ist, und die Blogs und Twitter-Accounts nach dem Schließen der Wahllokale veröden. Dann hätten die Politiker den Medienwandel nicht verstanden.
[Foto auf Startseite: aremac/photocase.com]
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