Je mehr wir uns als frischgebackene Event-Veranstalter und Blogbetreiber mit der Materie Wahlkampf im Web auseinandersetzen, desto klarer wird mir, wie intensiv eine junge Generation von Politikern Social Media und Twitter bereits für ihren Wahlkampf nutzt. Ob wüste Verbalschlachten via Twitter oder Diskussion über Blogkommentare, alles wird ausprobiert. Eine Situation, aus der sich auch neue journalistisch-ethische Fragen stellen. Ein Beispiel: Offensichtlich hat die CDU ihre Internetpräsenz neu gestaltet und eine brandaktuelle Kampagnen-Website an den Start gebracht. Christian Soeder von den Jusos – ich lernte ihn online neulich im Rahmen meiner Recherchen zur mehrfach gelöschten StudiVZ-Gruppe der SPD kennen – reagiert heute mit einer Twittpoll-Umfrage auf die neue Website. Was sich dahinter verbirgt: Jeder Twitter-Nutzer kann flugs eigene Umfragen erstellen und sein persönliches Netzwerk zum Abstimmen auffordern. Wer weiß, wie effektiv Twitter ist, der weiß auch um die Schlagkraft eines solchen Tools: Im Nu kommen ein paar Dutzend Stimmen zusammen, vor allem wenn man selbst und auch das eigene Umfeld mit abstimmt. Und natürlich finden die meisten Abstimmenden aus dem Umfeld von Soeder die neue CDU-Website nicht sonderlich prickelnd. Das sieht man beim Anblick der Umfrage auf den ersten Blick. Erst bei genauerem Hinsehen wird klar, was die Motivation der Umfrageinitiators und der meisten Umfrageteilnehmer gewesen sein dürfte – und dass beide alles andere als unparteiisch sind.
Wie relevant sind solche Social-Media-Tools im Wahlkampf? Zu vernachlässigen? Eher abzulehnen, weil potenziell manipulativ? Ihre Meinung interessiert mich.
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