// im blickpunkt

Best Practice

“Twitter ist nicht zu schlagen”

“Gestern massiv Follower verloren. Unpolitischer werden?” Mit diesem Tweet erregte Oliver Fraederich, ein mir bis heute Früh gänzlich unbekannter CDU-Kommunalpolitiker aus Lübeck, mein Interesse. Denn nicht jeder Twitter-Nutzer ist begeistert, wenn über Politik getwittert wird. Daher interessierte ich mich näher für die Erfahrungen, die Fraederich mit Twitter im Wahlkampf gesammelt hat, und bot ihm kurzerhand ein Twitter-Interview an. Das ist ein Interview, bei dem alle Fragen und Antworten via Twitter formuliert werden, und das in Echtzeit. Dies bedingt auch, dass weder Fragen noch Antworen länger als maximal 140 Zeichen sein können (in unserem Fall noch weniger, da alle Elemente mit dem Hashtag #demo20live gekennzeichnet werden mussten).  Das Twitter-Interview fand heute in der Zeit von 14.30 Uhr bis kurz nach 15 Uhr live statt. Fragen und Antworten sind über den Twitter-Hashtag #demo20live via search.twitter.com auffindbar. Der Einfachheit halber fassen wir das Gespräch jedoch auch hier im Blog zusammen:

demokratie20: Guten Tag, wir freuen uns, dass es mit unserem Mini-Twitter-Interview klappt.
o_fraederich: Freue mich auch. Ganz ungewohnt, so was.

Wir kennen uns erst drei Stunden und nur via Twitter, bleiben wir beim Du?
Klar. Finde das “Sie” auch sehr untwitterig.

Stimmt. Was zu der Frage führt: Ändert sich durch Twitter der Umgangston unter den Politikern?
Eher wird der normale Umgangston öffentlicher. Abseits Zeitung und TV geht man ja auch lockerer miteinander um.

…weil es abseits von Zeitung und TV nicht öffentlich ist. Hier bei Twitter schon. Und Twitter vergisst nichts.
Stimmt, da geht man schon ein Risiko ein. Man muss straight bleiben. Sollte aber eigentlich kein Problem sein.

Demnach geht in Deinem Umfeld tatsächlich nichts schief beim politischen Twittern? Falls doch: Was?
Kommunalpolitik ist schwer zu vermitteln. Von meinen Followern sind vielleicht 20 Lübecker. Interessant für Rest?

Verfehlt Kommunalpolitik auf Twitter demnach nicht einfach die Zielgruppe? Warum kommunizierst Du sie dann hier?
Ich will öffentl. zu “stellen” sein. Und andere Themen behandle ich ja auch. Zielgruppe sind alle polit.Interess.

Ist der politische Dialog via Twitter nicht undurchschaubar? Wer ist echt, welcher Nutzer ist gefälscht?
Würd mal ganz naiv behaupten, dass es real nachprüfbar ist. Und die Fakes meist recht durchschaubar. Reply hilft.

Was bedeutet Twitter in Sachen Bürgernähe? Haben Dich bereits Lübecker erstmals via Twitter kontaktiert?
Meist real world: “Sie ‘twittern’ ja auch, hab ich gehört. Toll.” Melden sich aber (noch) nicht selbst an. ;)

Ist Twitter für Deinen Wahlkampf im Web das wichtigste Instrument? Oder sind das Blogs, Xing, Facebook & Co.?
Twitter ist nicht zu schlagen. Alles andere ist dagegen statisch. Politik muss Dialog sein, nicht Verehrung.

Wie groß sind – subjektiv empfunden – die Auswirkungen Deiner Web-Aktivitäten auf Dein Wahlergebnis heutzutage?
Bisher sehr gering. Aber man hat das gute Gefühl, alles versucht zu haben, ansprechbar zu sein. Das motiviert.

Und in vier, fünf Jahren? Wagst Du zum Abschluss eine Prognose?
Auch Twitter wird sich dann weiter entwickelt haben. Und die politische Szene ohnehin. Vielleicht auch die CDU. ;)

Herzlichen Dank für das Interview! Wandert heute noch ins Blog. Wir freuen uns auf weitere Talks in diesem Format.
Hat echt Spaß gemacht, ganz neue Erfahrung. Vielen Dank! Und schönes Wochenende!

Social Bookmarking
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Digg
  • Technorati
  • StumbleUpon

[Post to Twitter] Tweet This Post 

Discussion

Comments for ““Twitter ist nicht zu schlagen””

blog comments powered by Disqus

Google Friend Connect

Tweet This Post links powered by Tweet This v1.4.1, a WordPress plugin for Twitter.